MUT ZUR WUT

Wie ehrlicher Ausdruck, innere Balance und Bewusstsein

den wahren Frieden schaffen

Frieden ist kein ferner Ort, den man erst außerhalb findet. Er beginnt in dir – in deiner Selbstverantwortung und

deiner Bereitschaft, Schatten anzuschauen, Wut zu fühlen, achtsam auszudrücken und in Balance zu leben.

Dieser Text lädt ein zu einer inneren Reise, welche die Beziehung zu dir selbst, zur Erde, zu Tieren und zu

Mitmenschen harmonisiert. Frieden entsteht durch achtsames Sehen, mutiges Ausdrücken und eine dynamische

Balance von Yin und Yang, Denken und Fühlen, Geben und Empfangen.

Lass uns gemeinsam Schritt für Schritt Wege finden, Grenzen zu setzen, Bedürfnisse sichtbar zu machen und

Räume der Heilung, des Vertrauens und der Verbundenheit zu schaffen.

Innerer Frieden als Basis des äußeren Friedens

Wut als Wegweiser und Kraftquelle

Ich sehe eine große Notwendigkeit, dass wir uns jetzt

alle aktiv dafür einsetzen, inneren Frieden zu erschaf-

fen und zu halten – und daraus auch den äußeren

Frieden zu kultivieren: den Frieden in Beziehungen mit

der Erde, den Tieren und anderen Menschen und

Wesen.

Wenn diese zu schwach entwickelt sind, dann muss die

Wut sich zeigen: Sie ist der klare Indikator dafür, dass

unsere Grenzen überschritten sind. Sie gibt uns klare

Gedanken und einen scharfen Fokus.

Wegmeditieren – wie es in vielen spirituellen Praktiken

vorgeschlagen wird – ist hier genauso unsinnig wie das

Überkleben der roten Motorwarnlampe im Auto.

Mit Frieden ist nicht nur die Absenz von Krieg gemeint,

sondern die dynamische, freudige Art des Tanzes, bei

welchem sich die Menschen ihrer Bedürfnisse bewusst

sind, sie fühlen und danken können, sie ausdrücken

dürfen, den anderen dabei zuhören können und daraus

gemeinsam Größeres schaffen.

Leider wird die aufgestaute Wut sehr oft auf das

Gegenüber – wie Partner, Nachbar, Politiker, Tier oder,

noch schlimmer, auf unsere Kinder – projiziert, da sie

nicht ausgedrückt werden durfte und brav zurück-

gehalten werden musste. Beim Kind führt dies unter

Umständen zu Bindungs- und Entwicklungstraumatas.

Psychologische Perspektive: Schatten, Balance und

Wut

Weil der Wutausbruch dann unangepasst groß ist, ist

danach die Scham umso größer. Genauso haben es

Aus psychologischer Sicht bedeutet diese Art von

bereits unzählige Generationen vor uns gelernt und

Frieden, dass wir die Schatten integriert haben und

ständig wiederholt.

dass unsere inneren Anteile eine dynamische Balance

halten – dann kann uns nichts und niemand mehr

nerven, nicht einmal eine Mücke, die uns nicht schlafen

lässt.

Diese innere Balance bedeutet, mal im weiblichen An-

teil zu sein, mal im männlichen. Einmal sind wir im Tun

und dann wieder im Sein. Mal sind wir im Kopf und dann

wieder im Herzen. Mal denken, mal fühlen, mal emp-

fangen, mal geben – Yin und Yang sind gleichmäßig

ausbalanciert, ein fließendes Gleichgewicht.

Viele dieser Pole wurden in der westlichen Spiritualität

verdammt und unterdrückt, und diese gilt es wieder zu

integrieren. Gleichzeitig gilt es, die männlichen Quali-

täten wie Unterscheidungsvermögen, Klarheit und

Abgrenzung ohne Verzug zu schärfen. Diese sind

genauso wichtig für Frieden.

Der erste Friede, der wohnt in mir

Der zweite Frieden, den finde ich mit dir

Der dritte Frieden ist der in der Welt,

der nur mit dem ersten wirklich hält

(Liedtext von stimmvolk.ch)

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Bild: CanvaMut zur Wut – Klarheit und Frieden

Es ist wichtig, dass du Wut halten und ausdrücken kannst. Wer sagt, keine Wut zu kennen, ist vom Körper getrennt

und hat ein starkes Verdrängungsmuster entwickelt. Er fühlt nicht – dies ist ein verdrängter weiblicher Anteil.

Angemessene Wut schafft Klarheit und hinterlässt Stille. Sie ist ein klares, schnelles Instrument, das uns sofort zeigt,

wenn eine Grenze überschritten wurde.

Deshalb: bitte Mut zur Wut, damit wir endlich den verdienten Frieden auf Erden und einen Umgang in Liebe und

tiefer Verbundenheit mit allen Wesen erfahren dürfen.

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